Konzept*Feuerpudel illustriert mit David Pollmann

Posted by on Mrz 20, 2018

Zum April-Pudel wird David Pollmann etwas beitragen. David Pollmann arbeitet zwischen visueller Kommunikation, Tanz und Installation. Seine Projekte oszillieren immer zwischen Kunst und Design, in dem Medium Zeichnung, mit einer Tendenz zur Abstraktion, zur Zeichenhaftigkeit, und darüber hinaus auch in das Filmische und Performative hinein. In der Bandbreite seiner gestalterischen Interessen sind Kategorien oder Disziplinen für ihn nicht Begrenzungen, sondern Mittel für seine künstlerische Entwicklung. Ausgebildet wurde er an der Folkwang Universität der Künste in Essen und am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin.

 

Wir haben mit David Pollmann (D.P)ein paar Fragen gestellt:

 

K*P: Wie würdest du deinen Stil beschreiben? Arbeitest du lieber mit analogen oder digitalen Mitteln?

D.P.: Ich arbeite sowohl mit analogen als auch mit digitalen Mitteln. Manchmal vermische ich beide. Ich mache das abhängig vom Inhalt, woraus sich die Ideen ergeben. Die Mittel der Umsetzung gestalten sich aus der Leitidee heraus. Daraus ergibt sich mein Stil. Formal lasse ich mich von der Ligne claire inspirieren. Die Schlichtheit der vereinfacht-abstrahierten Darstellungsform sagt mir zu. Der Begriff „Ligne claire“ (nach Joost Swarte) wurde 1976 für den Zeichenstil des belgischen Comiczeichners Hergé eingeführt („Tim und Struppi“) und bezeichnet eine Stilrichtung im Comic. Präzise Konturen und die flächige, einfarbige Kolorierung sind kennzeichnende Merkmale. Wegen meiner Detailverliebtheit nehme ich mir die Freiheit und lasse Schraffuren, Schattierungen und Farbverläufe in meine Zeichnungen einfließen. Darüber hinaus interessieren mich vor allem Darstellungen des menschlichen Körpers quer durch die Sparten der Kunstgeschichte.

 

K*P: Warum hast du mit dem Illustrieren angefangen? Was schätzt du am meisten daran, nervt auch etwas am Dasein als Illustrator*in?

D.P.: Ich habe mit dem Illustrieren angefangen, weil es so einfach ist. Es reichen Stift und Papier und schon kann es losgehen. Illustrieren ist wie die individuelle unverwechselbare Handschrift. Illustration ist ein universelles und gleichzeitig ein persönliches Ausdrucksmittel, das ohne Worte auskommt und nicht an Sprache gebunden ist. Am meisten schätze ich die Ausdruckskraft dieser Sprache in Bildern und die Vielfalt ihrer Anwendung: Illustration kann kommentieren, satirisch hinterfragen, ironisieren, albern sein, veranschaulichen, erweitern, pointieren, abstrahieren, auf den Kopf stellen, umkrempeln, eine andere Perspektive einnehmen, skizzieren, konzeptualisieren, aktualisieren, kritisch beleuchten, einen Einstieg verschaffen und vieles mehr. Mich wundert, dass Illustration besonders in den deutschen Medien stark zurückgegangen ist, abgesehen von der Kinderbuchillustration. Ich möchte mir zur Aufgabe nehmen, etwas gegen diese Entwicklung zu tun und meinen bescheidenen Beitrag leisten.

 

K*P: Warum hast du zugesagt, beim Konzept*Feuerpudel zu illustrieren? Was reizt dich an dieser Aufgabe?

D.P.: Konzept*Feuerpudel ist ein Format, das ich bisher nur vom Hörensagen kenne. Es klingt so spannend, das ich mich ohne vorher dabei gewesen zu sein involvieren möchte. Mich reizt die Spontaneität, die die Aufgabe des Illustrators diesem Konzept nach mit sich bringt. Ich hatte noch nie etwas dagegen, vor den Augen anderer zu zeichnen und bestimmte narrative Momente zeitgleich aufzugreifen. Außerdem bin ich neugierig auf die live Texte, die am 5. April 2018 bei Konzept*Feuerpudel vorgetragen werden. Jede*r Zuhörer*in wird beim Zuhören bestimmte Visualisierungen vor Augen haben, genau so wie die Verfasser*innen der Texte während des Schreibens ihre persönlichen Bilder im Kopf hatten. Daher freue ich mich ganz besonders darüber und fühle mich geehrt, meine eigenen Ideen und Vorstellungen mit den Anwesenden live teilen zu dürfen.

 

K*P: Mit welcher Technik wirst du beim Konzept*Feuerpudel arbeiten? Worauf dürfen wir uns freuen?

D.P.: Ich werde einen Block Zeichenpapier mitbringen, ein Klemmbrett sowie Bleistifte in unterschiedlichen Härtegraden, einen Anspitzer und ein Radiergummi. Vielleicht fällt mir zusätzlich noch was anderes ein. Man darf sich also auf  Handzeichnungen freuen im klassischen Stil.

 

K*P: Wenn du nicht gerade live Texte illustrierst – woran arbeitest du gerade? Kann man irgendwo mehr von deiner Arbeit sehen?

D.P.: Ich arbeite gerade unter anderem an einen Veranstaltungsflyer in Form eines Leporellos, der voraussichtlich im Mai als Drucksache sowie online erscheinen wird. Ich werde ganze acht Felder des Leporellos mit einer Bleistiftzeichnung füllen, die einen menschlichen und einen animalischen Körper von vorn und von hinten zeigt. Mehr möchte ich nicht verraten. Man darf gespannt sein.

 

K*P: In fünf Jahren….

D.P.: … wird mein Stapel mit Zeichnungen ein wenig höher sein, genauso wie die Nachfrage.

 

K*P: Vielen Dank für deine Zeit!

 

1 Comment

  1. GLEISWILDNIS » Konzept*Feuerpudel im April 2018 -Nachbereitung
    11. April 2018

    […] Und tatsächlich waren wir sehr erfreut über gute Texte, bahnbrechende Illustrationen von David Pollmann und ein fesches Gespräch mit Paula […]

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